Unser zahnärztlicher Hilfseinsatz in Mosambik 2026
Auch 2026 waren wir wieder für unseren zahnärztlichen Hilfseinsatz in Mosambik unterwegs, dieses Mal vom 20. Juli bis 9. August in Malehice, rund 250 km nordöstlich der Hauptstadt Maputo. Was in diesen Wochen möglich war, wie mühsam der Weg dorthin manchmal ist und warum uns der Abschied jedes Jahr schwerfällt, lesen Sie in diesem Bericht.
Erst die Bürokratie, dann die Behandlung
Auch dieses Jahr war die Arbeitsgenehmigung die größte Hürde. Unsere Zeugnisse und Lebensläufe liegen seit vielen Jahren bei der Ärztekammer in Maputo. Trotzdem verlangte die Kammer diesmal, dass alle Unterlagen von einer offiziellen Behörde ins Portugiesische übersetzt werden, zusätzlich auch unsere Fortbildungsnachweise. Am Ende zahlten wir allein 600 Euro an Gebühren, dazu kamen Flüge und Ausrüstung. Die Genehmigung erhielten wir schließlich erst, als wir bereits vor Ort waren. Mühsam und nervenaufreibend, aber danach konnten wir uns endlich den Patientinnen und Patienten widmen.

Karte Malehice in Mosambik – Akademie Mundgesundheit
Malehice ist ein kleines Dorf mit rund 5.000 Einwohnern in der Provinz Gaza in Mosambik, etwa 250 Kilometer nördlich der Hauptstadt Maputo
Ein zweites Zuhause im Kloster
Wie schon bei unseren früheren Einsätzen durften wir im Kloster der Missionsschwestern des Heiligen Blutes (CPS) wohnen und den Alltag der Schwestern miterleben. Über die Jahre sind daraus enge Beziehungen weit über das Kloster hinaus entstanden, deshalb fällt uns der Abschied jedes Mal schwer. Schwester Lina Malanzele begleitete uns jeden Tag ins gegenüberliegende Krankenhaus und half, den enormen Andrang zu koordinieren.
275 Patientinnen und Patienten in wenigen Wochen
Die Instrumente und Geräte haben wir über die Jahre nach Malehice gebracht. Auch diesmal konnten wir die mobile Behandlungseinheit nutzen, die Dr. Klement über die Akademie Mundgesundheit (AMI) nach Mosambik geschickt hat. Obwohl wir nur zu zweit waren, Hanne Kälbli und ich, und ich zwei Tage wegen Fieber ausfiel, versorgten wir mit Unterstützung des dortigen Zahnarztes Dr. Zabibe rund 275 Patientinnen und Patienten. Antibiotika und Anästhetika stellte uns Apotheker Helfen e.V. wie schon seit 2015 als Spende zur Verfügung. Alle weiteren Verbrauchsmaterialien brachte ich aus meiner eigenen Praxis mit.

Statistik Einsatz Malehice der Akademie Mundgesundheit 2026 – Was war in wenigen Wochen möglich? Bericht von Dr. Tina Kilian
Mehr als Zähne: die Kinder von Malehice und Xai-Xai
Neben der Praxis besuchten wir die Kindergärten in Malehice und Xai-Xai sowie drei Kinderzentren in der Nähe von Maputo. Dort versorgen die Schwestern teilweise bis zu 100 Kinder mit zwei Mahlzeiten am Tag. Hierher kommen die Ärmsten der Armen, viele von ihnen Waisenkinder, die zumindest tagsüber ein Zuhause finden. Die Schwestern achten auch darauf, dass die Kinder regelmäßig zur Schule gehen.
Früher konnten die Schwestern jedem Kind freitags etwas Mehl oder Reis fürs Wochenende mitgeben. Die Mittel der Kongregation reichen dafür nicht mehr, deshalb hungern viele Kinder am Wochenende. Montags kommen sie ausgezehrt zurück und erholen sich bis zur Wochenmitte, bevor am Wochenende alles von vorn beginnt.
Wir verteilten Zahnbürsten und Zahnpasta und übten mit den Kindern das Zähneputzen. Hanne hatte wieder ihr Clownkostüm dabei und sorgte für ein paar unbeschwerte Momente in einem oft schweren Alltag.
Solche Einsätze zeigen, wie viel mit wenig möglich ist, und zugleich, wie viel noch fehlt. Genau dafür steht die Akademie Mundgesundheit: Wissen weitergeben, Versorgung ermöglichen und dort helfen, wo der Zugang zu zahnmedizinischer Betreuung fehlt.
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Mit besten Grüßen,
Dr. Tina Killian



